Jet / Gagat

Jet / Gagat

Gagat ist eine Form von Kohlegestein, das oft als Schmuckstein verwendet wird. Gagat wird auch als "Jett" oder "Schwarzer Bernstein" bezeichnet. Der deutsche Name Gagat leitet sich von einer Fundstelle in der Nähe des Flusses Gagae in Lykien (Türkei) ab. Man nimmt an, dass auch die englische wie die französische Bezeichnung (Jet bzw. Jais) auf dieser Wortverwandschaft beruht. Es ist eine bitumenreiche tiefschwarze Braunkohle mit geringem spezifischen Gewicht (1,23) und samtartigem Fettglanz, der durch Politur noch gesteigert werden kann. Gagat entsteht durch Holz, das in Feuchtschlamm eingebettet war. Gagat wurde wegen des Glanzes und der leichten Schnitzbarkeit schon in vorgeschichtlicher Zeit benutzt. Die Römer stellten Schmuck, Spinnageräte (Rocken) und Amulette aus Gagat her. Ab dem Mittelalter fertigte man in Europa daraus Trauerschmuck und Rosenkränze. Zum Ende des 19. Jahrhunderts, zur Blütezeit der Jett-Mode, als die Vorkommen seltener wurden, wurde auch Ebonit, ein Hartgummi, als Gagat-Ersatz verwendet. Boetius, der Leibarzt Cäsars, schrieb dem Gagat eine Menge heilender Eigenschaften zu. So bewahrt er vor dem bösen Blick, vertreibt Schlangen, heilt Hysterie und Zahnschmerzen, besiegt die Epilepsie und hilft bei der Feststellung der Jungfernschaft. In der sogenannten Edelsteintherapie gilt Gagat als "Trauerstein" Das Hauptvorkommen im 19. Jahrhundert lag an der englischen Nordküste beim Fischerdorf Whitby. Weitere Vorkommen gab es in Spanien, Südfrankreich, Österreich (Gams bei Hieflau und im Reichraminger Hintergebirge – Am Sandl) und in Württemberg.

  • Ellen Meissner
  • Fossilien und Mineralien
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Literatur [Bearbeiten] Jett / Gagat Gagat ist eigentlich nichts anderes als Kohle. Man kennt das Material auch als schwarze Braunkohle, Pechkohle oder Jais (franz.). Es ist eine bitumenreiche tiefschwarze Braunkohle mit geringem spezifischen Gewicht (1,23) und samtartigem Fettglanz, der durch Politur noch gesteigert werden kann. Im Gegensatz zu Kohle bekommt man beim Anfassen aber keine schwarzen Finger. Das ist gut so, denn sonst könnte man das Material nicht zu Schmuck oder Messergriffen verarbeiten. Der Name kommt von einem Fundort in der Türkei, dem Fluss Gagae. Verwendung fand Gagat in der viktorianischen Zeit als Trauerschmuck, wovon in England im 19. Jh. eine ganze Industrie lebte. Aber auch in Spanien war Gagat schon im Mittelalter als Schmuck beliebt. Die Minen in England existieren schon lange nicht mehr, und gute Qalität ist in Europa nicht mehr zu finden. Dieses Material ist sehr homogen und in dieser Qualität nur im Raum Irkutsk (Sibirien) zu finden. Wenn Sie Bedarf an größeren Mengen haben, kann ich Ihnen sicher weiterhelfen. Gagat eignet sich nicht nur für die Schmuckherstellung, sondern auch für Messergriffe oder Intarsien. Gerade im Zusammenspiel mit Mammutelfenbein erreicht man ein fantastisch harmonisierendes Gefüge mit ähnlichem Glanz. Die Abbildungen sind am Computer aufgehellt, da man sonst durch die tiefschwarze "Farbe" nichts erkennen würde. Falls Sie Bedarf an einer kleinen Menge haben, schicken Sie mir bitte eine Email. Letzte Aktualisierung: 19.03.2008 Copyright 2008 Ellen Meissner Fossilien und Mineralien, alle Rechte vorbehalten. Beschreibung Gagat hat seinen Namen nach einem antiken Fluß in Syrien, wo die Römer ihr Gagat fanden. Es ist eine Kohleart, die gelegentlich mit Einschlüssen von Pyrit vorkommt. Gagat ist schon seit der Bronzezeit als Schmuckstein bekannt. Insbesondere in der 2. Hälfte des 19. Jhdt. war er als Trauerschmuck sehr beliebt. Durch Reibung wird er, wie Bernstein, elektrisch. Bei starker Hitze beginnt er zu brennen, wobei er einen üblen Geruch ausströmt. Dieser fand früher Verwendung als Heilmittel und wohl auch bei magischen Ritualen (11). Enthaltene Substanzen sind Mineralöl, Aluminium und Silicon. Familie Härte Transparenz Chemie Mineral Kristalle Spez.Gewicht Organische Edelsteine 2,5-4 undurchsichtig Braunkohle – – 1,30-1,35 Farben Fundorte Ähnliche Steine Sternzeichen Chakren Wirkung Pflege schwarz, dunkelbraun England, Frankreich, Spanien, USA – Steinbock 1. Chakra Arthritis, Atemwege, Böser Blick, Heuschnupfen, Kopfschmerzen, Mandeln, >> öfter unter fließendem Wasser reinigen, nicht in die Sonne legen Gagat oder Jet Herkunft: Bitumensierende Kohle, fossiles Holz. Härte nach Mohs: 3 bis 4. Farbe: Mattschwarz bis hochglänzend Schwarz. W: Sehr häufig in altem Schmuck vorkommend, vorwiegend im Trauerschmuck zu finden. Bei Reparaturen muss bei diesem Schmuckstein äußerst vorsichtig vorgegangen werden, da jede unbedachte Handlung die fossile Substanz beschädigt. Genauer gesagt bedeutet dies keine Wärme, da er gut brennbar ist und mit rußiger Flamme an der Luft verbrennt. Man spricht auch vom Ausgasen. Säure und Säureverbindungen beschädigen den Stein. Auch der Alaunsud greift die Oberfläche an. Bei Fassarbeiten ist auf Beschädigungen bei Facetten- oder Krappenverarbeitungsarbeiten zu achten. Der Stein selbst ist eine amorphe Substanz und daher nicht spaltbar. Wenn ein Schmuckstück mit Gagat geschliffen und poliert werden muss, dann sollte dies ohne den Stein geschehen, da die Borsten der Schleif- oder Polierbürsten die "Steinoberfläche" sicher zerkratzen. Muss aber nachpoliert werden, so gibt es von einzelnen Firmen Schleifpasten, die auf Leinen aufgetragen werden und mit der Hand dann durch Reiben poliert werden. Galvanische Bäder und Ultraschallreinigungen vermeiden. Mit geöltem Leder vorsichtig polieren, da ein späteres Ausschwitzen nicht vermieden werden kann. Bei größerer Beschädigung schwer erhältlich. Ein Vorteil ist aber, dass der Stein mit der Feile behandelt werden kann und somit kann jede Form selbst hergestellt werden. H: Außer "Jet" findet auch noch die ältere Handelsbezeichnung "Agstein" Anwendung. Besonders beliebt im Trauerschmuck um die Jahrhundertwende. Bekannt schon in der Antike. Bei Neuanschaffung Rücksprache mit Steinhändlern halten. Die englische Form "Jet" stammt aus dem altfranzösischen Jayet, gayet. Die jetzige Rechtschreibung müßte "Jett" lauten. Gagat ist eine dichte, fossile, polierfähige Kohle und bei Neubeschaffungen schwer erhältlich. In kalibrierten Größen sehr selten vorkommend. Für Finger- oder Armschmuck nicht geeignet. Bei Hausarbeiten sollen Ringe oder Armschmuckvarietäten abgelegt werden. Halsketten von Kosmetika fernhalten.

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